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Nordfrieslandlexikon
Programm Nord

Programm Nord Zur „Erschließung der notleidenden Gebiete des Landesteiles Schleswig“ gründeten die Bundesrepublik Deutschland, das Land Schleswig-Holstein und die betroffenen Kreise 1955 die Schleswig-Holsteinische Landgewinnungs- und -erschließungs-GmbH, später Programm Nord GmbH genannt. Es galt zunächst für die besonders rückständigen Regionen in den Kreisen Südtondern, Flensburg und Husum. Als begleitende wirtschaftliche Maßnahme sollte es auch die kulturelle Offensive gegen die prodänische Bewegung im schleswigschen Grenzland unterstützen. 1960 wurde das Programm Nord auf die gesamte schleswig-holsteinische Westküste ausgeweitet, ab 1972 auch auf Gebiete an der Ostküste. Das Hauptaugenmerk lag auf der Steigerung der landwirtschaftlichen Produktivität, denn es bestand eine große Nachfrage nach Nahrungsmitteln. Weitere Ziele waren die Modernisierung der Infrastruktur und die Gestaltung einer gesunden Kulturlandschaft. Neben der Flurbereinigung wurden die Wasserver- und Abwasserentsorgung erneuert, Straßen- und Wirtschaftswege ausgebaut, landwirtschaftliche Flächen drainiert und Höfe ausgebaut bzw. verlegt. Zum Schutz gegen den Wind wurden Hecken und kleine Hölzungen angepflanzt, auf Sylt half gegen den Flugsand eine Dünenbefestigung.

Riedel 1983, Wiebe 1979.