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Nordfrieslandlexikon
Wikingerzeit

Wikingerzeit Wikinger ist die Bezeichnung für gefolgschaftlich organisierte Gruppen von Skandinaviern, die sich aus ihren alten sozialen Bindungen lösten. Vom Ende des 8. bis etwa Mitte des 11. Jahrhunderts traten sie in weiten Teilen Europas als Krieger, Kaufleute oder Siedler auf. Ihre zahlenmäßige Stärke reichte allerdings nicht aus, um sich dauerhaft auf dem europäischen Kontinent niederzulassen. Ein bedeutender Münzfund, der 1937 in List auf Sylt südlich des Königshafens gemacht wurde, förderte einen Silberschatz aus jener Zeit zu Tage. Das mit einem Bleideckel verschlossene Kuhhorn enthielt Münzen englischer Herkunft mit Prägungen König Aethelraeds (978–1016), König Sithrics III. von Dublin (989–1029) sowie deutsche Münzen. Es handelte sich um sogenanntes Danegeld, das an die Wikinger gezahlt wurde, um eine Plünderung Londons zu verhindern. Der Schatz befindet sich im Archäologischen Landesmuseum Schleswig-Holstein in Schleswig.

Koehn 1974.