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Nordfrieslandlexikon
Warft

Warft (fer.: werew; frasch: wärw; halligfries.: weeref; sölr.: Werew; wied.: weerw) wird in der Wattenmeerregion der Nordsee auch als Warf, Werf oder Werft (Nord- und Ostfriesland), Wurt (Jade/Weser-Gebiet), Wierde, Wührde (Weser/Butjadinger-Gebiet) oder Terp (Westfriesland) bezeichnet. Das Wort leitet sich vermutlich ab von „werfen“ und benennt die bereits gegen Ende des ersten Jahrtausends aus Klei und Stallmist aufgeworfenen Siedlungshügel in der Marsch und auf den Halligen. Hier wäre ohne die künstlich errichteten Wohn-, Schutz- und Zufluchtstätten vor der Bedeichung kaum ein Überleben möglich gewesen. Daneben wurden auch natürlich aufgewachsene Erhebungen als Wohnhügel genutzt. Die Höhe der Warften richtete sich nach den Erfahrungen mit den Sturmfluten und musste von Zeit zu Zeit diesen angepasst werden. Eine moderne Warft ist ähnlich aufgebaut wie ein Landesschutzdeich. Auf einem Sandkern liegt eine Schicht schwerer Kleierde, die wiederum mit Grassoden belegt ist.

Lüders/Luck 1976, Wergin 1997.