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Nordfrieslandlexikon
Tümlauer-Koog

Tümlauer-Koog Die Gemeinde liegt im äußersten Westen von Eiderstedt rund sechs Kilometer nördlich von Sankt Peter-Ording. Sie gehört zum Amt Eiderstedt. Timmelaus Koog wurde 1805 erstmals urkundlich erwähnt. Die Streusiedlung liegt auf dem Areal des historischen „Graffenkoogs“, der von 1699 bis 1717 Bestand hatte. Sein zweiter Besitzer hieß J. Thomblow und war Namensgeber für die Tümlauer Bucht. 1934 wurde sie im Rahmen des Lohse-Plans erneut bedeicht. Es entstand ein etwa 5,2 Kilometer langer Deich. Der gut 640 Hektar große, nach NS-Generalfeldmarschall Hermann Göring (1893–1946) benannte Koog gehörte zunächst zur Gemeinde Tating, wurde 1936 jedoch selbstständig. Die landwirtschaftliche Nutzung des sehr fetten Marschbodens kam erst nach einer Magerung mit Sand in Schwung. Nach der verheerenden Sturmflut im Februar 1962 sorgten Tausende von italienischen und jugoslawischen Gastarbeitern für die Instandsetzung und Erhöhung des stark zerstörten Seedeiches. Der noch höheren Sturmflut von 1976 konnte er widerstehen.

Derzeit leben 115 Einwohner (2015) auf einer Fläche von 620 Hektar. Zehn landwirtschaftliche Betriebe nutzen etwa 600 Hektar Land. Daneben bildet die Bettenvermietung das zweite wichtige Standbein bei der Einkommenssicherung. Die Gemeinde besitzt keinen Ortskern. Die Bauern- und Siedlungshäuser verteilen sich entlang der rund sechs Kilometer langen Koogsstraße, die Sankt Peter-Ording mit Westerhever im Norden verbindet. Zur Kirche wendet man sich nach Tating. Ein Glockenturm im Koog, Wahrzeichen der Gemeinde, verkündet seit über 70 Jahren die Ankunft neugeborener Gemeindemitglieder: Pro Pfund Gewicht erklingt die Glocke eine Minute lang.

Gemeinde Tümlauer-Koog 2010, Kunz/Panten 1999, Panten/Porada/Steensen 2013, Schleswig-Holstein Topographie 2007.