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Nordfrieslandlexikon
Strandkrabben

Strandkrabben (fer.: kraaben; sölr.: Strönkrāben) sind charakteristische Krebse des Wattenmeeres. Die bis zu sechs Zentimeter langen und sechs bis acht Zentimeter breiten Tiere können nicht schwimmen, sondern lassen sich mit dem Flutstrom auf die Wattflächen tragen, wo sie sich mit vier stabförmigen Beinpaaren quer zur eigenen Körperachse fortbewegen. Dies brachte der Strandkrabbe den niederdeutschen Namen Dwarslöper (Querläufer) ein. Sie vergräbt sich aber auch im Sand oder versteckt sich unter Tang und Steinen, um die Flut abzuwarten. Strandkrabben ernähren sich als Räuber von allen Tieren, die sie überwältigen können. Leichte Beute sind für sie Würmer, kleine Fische und ihre frisch gehäuteten Artgenossen, die „Butterkrebse“. Selbst Muschelschalen und Schneckengehäuse können mit den kräftigen Scheren geknackt werden. Die Strandkrabbe bildet andererseits selbst die Nahrung für viele Vögel und Fische, vor allem für Scholle, Aal und Kabeljau. Auch der Große Brachvogel ernährt sich gerne von diesem Krebs.

Borcherding 2013, Quedens 1971, Streble 1990, Thies 1985.