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Nordfrieslandlexikon
Steinwall

Steinwall (fer.: stiandik; frasch: stiinjwål; sölr.: Dik; wied.: stiinwal) Die freie Weide auf der Allmende machte es notwendig, dass man seinen Gemüsegarten vor dem Haus mit einem kleinen Schutzwall aus Steinen, Erde und Kleisoden umgab. Findlinge sowie Steine aus den frühgeschichtlichen Grabhügeln, alte Pfosten- und Mahlsteine und Lesesteine von den Äckern wurden für den Wallfuß verwendet. Soden deckten den Wallfirst und hielten die Steine zusammen. Oftmals diente Klei als Bindemittel. Wenn nötig, wurde der Wall noch durch Draht oder Stacheldraht erhöht. Durch eine Bepflanzung der Steinwälle mit Sträuchern und Hecken wie Hainbuche, Hasel, Rot- und Weißdorn, Flieder oder Schlehe konnte man den Garten etwas vor dem Wind schützen. Heckenrosen und Ziersträucher auf den Wällen, die landläufig auch Friesenwall genannt werden, sind eine Erfindung aus neuerer Zeit.

Nordfriisk Instituut.