geöffnet
Nordfrieslandlexikon
Sophie-Magdalenen-Koog

Sophie-Magdalenen-Koog 1741 wurde mit der Eindeichung des Sophie-Magdalenen-Kooges ein erster Teil des Bredstedter Werkes vollendet. Der rund 5,5 Kilometer lange Deich entstand in der Bucht zwischen der Hattstedtermarsch und Ockholm. Der Koog wurde benannt nach der Gemahlin des dänischen Königs Christian VI. (1699–1746) Sophie Magdalene. Er erteilte einen Oktroi an den Geheimrat am königlichen Hof in Kopenhagen Jean Henri Graf Gyldensteen (1667–1749) und seinen Sohn Jean Henri Desmercières (1687–1778). Dieser achtete vor einer Bedeichung sehr darauf, dass das Vorland hoch genug aufgeschlickt war und bereits eine Salzwiesenflora trug. Der durchwurzelte Vorlandboden verwandelte sich schnell in hervorragenden Ackerboden, wenn erst einmal vom Regenwasser das Salz herausgewaschen war. Desmercières ließ auch zum ersten Mal in Nordfriesland einen Profildeich mit unten flacher, oben steilerer Böschung bauen. Die heranstürzenden Wogen sollten an Kraft verlieren, bevor ihnen der Deich ernsthaft Widerstand bieten musste. Der Koog ging in den Besitz von Desmercières über und wurde in sieben Hofstellen aufgeteilt. Bei der Koogshalle neben der alten Schule wurde ihm 2007 ein Gedenkstein errichtet. 1871 wurde der Sophie-Magdalenen-Koog zusammen mit dem Desmerciereskoog, dem Louisen-Reußen-Koog und dem Reußenkoog zur eigenständigen Landgemeinde Reußenköge gelegt.

Bei der letzten differenzierten Volkszählung 1987 wurden in dem rund 620 Hektar großen Koog 25 Haushalte mit 77 Personen registriert. Heute bieten noch einige landwirtschaftliche Betriebe ein vielseitiges Bild. Das Einkommen wird sowohl durch Ackerbau mit Marktfrüchten als auch durch Milchproduktion, Schweine- bzw. Rindermast oder Schafhaltung erzeugt. Ein Hof hat sich dem biologischen Anbau verschrieben. Auf den meisten Dächern befinden sich Photovoltaikanlagen zur Erzeugung von erneuerbarer Energie. Auch die Vermietung von Ferienwohnungen und der Betrieb von Windkraftanlagen liefern wichtige Beiträge zum Überleben der Höfe. Drei örtliche Bürgerwindparks betreiben zehn Windkraftanlagen.

Die Sielverbände o. J., Kunz/Panten 1999, Möllgaard 1967, Sibbers 2002.