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Nordfrieslandlexikon
Schafe

Schafe (fer.: schep; frasch: schäip; sölr.: Sjip; wied.: skeepe) bestimmen in weiten Teilen der Marsch und des Vorlandes das Landschaftsbild in Nordfriesland. Bei intensiver Beweidung kommen auf einen Hektar etwa neun bis zwölf Tiere. Vor allem auf den Deichen ist „das Tier mit dem goldenen Huf und dem scharfen Zahn“ sehr nützlich. Es hält den Bewuchs kurz und trampelt den Boden fest, wodurch z. B. Mäuse, Maulwürfe oder Kaninchen nur wenige Chancen erhalten, Schäden anzurichten.

Früher spielte die Verarbeitung der Wolle eine nicht unerhebliche Rolle. Auf Föhr führten in den 1960er-Jahren einige Schafzüchter Texelböcke aus den Niederlanden ein. In einem Zeitraum von etwa zehn Jahren wurde die einheimische Rasse vom Woll- zum Fleischschaf umgezüchtet. Heute werden Rassennamen wie Weiß-, Schwarz- und Blaukopf, Texel, Charollais, Oxford Down, Suffolk und Swifter registriert. Das Lebendgewicht eines Lammes beträgt 40 bis 45 Kilogramm. Etwa die Hälfte davon ist verwertbarer Schlachtkörper.
2010 wurden in Nordfriesland in etwa 650 Betrieben rund 117 000 Schafe gehalten bei rückläufiger Tendenz. Die Landwirtschaftszählung ist jedoch nicht aussagekräftig, da nach Auskunft des Statistikamtes Nord die Zahlen einiger Betriebe nicht veröffentlicht werden dürfen.

Nordfriisk Instituut.