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Nordfrieslandlexikon
Sankt Theresia

Sankt Theresia Zur Neubedeichung der nach der Sturmflut von 1634 verbliebenen Marschreste der Insel Alt-Nordstrand holte die Landesherrschaft 1652 erfahrene niederländische Deichbauunternehmer in die Landschaft. Viele Einheimische mussten nun ihre Heimat verlassen oder in die Dienste der neuen Inselherren treten. Diese hatten auch Religionsfreiheit für ihren katholischen Glauben erhalten. 1654 gilt als das Geburtsdatum der katholischen Gemeinde auf Nordstrand.

1662 wurde auf dem Osterdeich zwischen dem Alten Koog und dem Osterkoog die Pfarrkirche Sankt Theresia, benannt nach der heiligen Theresia von Ávila (1515–1582), gebaut. Es handelt sich um einen Backstein-Saalbau in den Formen der niederländischen Renaissance. Am Turmschaft steht in großen Lettern DOM, eine Abkürzung der lateinischen Widmung Deo Optimo Maximo (dem gnädigsten und erhabensten Gott). Die Oratorianer-Priester kamen zunächst aus Mechelen in Belgien, später aus dem Erzbistum Utrecht in den Niederlanden. Nach einer Kirchenspaltung entstand 1740 die Alt-Katholische Gemeinde.

1887 erhielt die Kirche nach einer Grundrestaurierung ihre jetzige Gestalt und eine Glocke. Die Innenausstattung weist schlichte Renaissanceformen auf, das Altarbild aus dem 17. Jahrhundert wurde aus der alten Kirche übernommen. Da die Kirche mit Maria Margaretha der Engelen (1605–1658) eine zweite Schutzpatronin besitzt, wird sie auch als Theresiendom bezeichnet.
Bis 1920 unterstand die Gemeinde dem alt-katholischen Erzbistum Utrecht, dann schloss sie sich der deutschen alt-katholischen Kirche an. Sankt Theresia ist seither Hauptsitz für die rund 500 weit verstreut lebenden Alt-Katholiken in Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen.

Nordfriisk Instituut.