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Nordfrieslandlexikon
Sankt Johannis (Hooge)

Sankt Johannis Die erste Kirche auf Hallig Hooge ging in der Sturmflut von 1362 unter. Fortan gehörten die Halligbewohner zur Alten Kirche auf Pellworm. Nach der verheerenden Flut von 1634 bauten sie aus Trümmern der zerstörten Kirchen auf Alt-Nordstrand wieder ein eigenes Gotteshaus. Es erhielt ein geschnitztes Taufbecken sowie Gestühlwangen aus dem Jahr 1624 und eine Kanzel aus der Werkstatt des Meisters Heinrich Ringerink (1565/70–1629) aus Flensburg. Aus der Zeit des Walfangs stammt die Tür an der Kanzel mit einer Walmutter und ihrem Jungen. Im Hauptfeld sind ein Ehepaar – vermutlich die Stifter – zu sehen sowie ein Segenswunsch und die Jahreszahl 1743. Aus dem 18. Jahrhundert stammen auch die Apostelbilder an der Orgelempore.

Eine Gedenktafel über der Südtür erinnert an die „Halligflut“ des Jahres 1825, bei der eine meterhohe Brandung Hauswände zum Einsturz brachte und 24 Menschen ums Leben kamen. Als Dank für die Instandsetzung der Kirche widmeten die Überlebenden König Friedrich VI. (1768–1839) eine Gedenktafel und ein kunstvolles Takelschiff, das den Namenszug Freidrig. d. 6 erhielt. Nach dieser Flut soll auch die Christusfigur als Strandgut gefunden worden sein. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist das wohl älteste Kunstwerk der Kirche. Das Altarbild aus dem Jahre 1857 wurde 1931 der Kirche Unserer lieben Frau in Klanxbüll abgekauft. Eine Orgel erhielt die Kirche 1959.

Östlich des Gotteshauses steht ein Glockenstuhl aus vier mächtigen, am Strand gefundenen Eichenpfählen. Die Glocke wurde 1841–48 gegossen. Vor der Südtür steht inmitten der Grabsteine ein schlichtes Holzkreuz mit der Aufschrift „Es ist das Kreuz von Golgatha – Heimat für Heimatlose“. Die Jahreszahl 1916/17 erinnert an drei Matrosen der Kriegsmarine, die in der Skagerrak-Schlacht umgekommen sind, schließlich hier angeschwemmt und begraben wurden.

Nordfriisk Instituut.