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Nordfrieslandlexikon
Rotes Kliff

Rotes Kliff (sölr.: Ruarklef). Das viereinhalb Kilometer lange Rote Kliff zwischen Wenningstedt und dem Haus Kliffende in Kampen auf Sylt wird von einer fast 30 Meter mächtigen Grundmoräne gebildet. Nach Norden und Süden flacht sie allmählich ab. Vor etwa 180.000 Jahren türmten die Gletscher der Eiszeit diese Formation auf. Der eisenhaltige Geschiebelehm verfärbt sich unter Sauerstoffeinfluss, sodass die Abbruchkante vorwiegend im Abendlicht rot aufleuchtet. Seit dem 16. Jahrhundert ist das markante Kliff in Seekarten verzeichnet.

Das Kliff ist in seiner gesamten Länge in besonderem Maße der Brandung ausgesetzt. Auch Sturmfluten, Auswaschungen durch Regen und Absprengungen ganzer Kliffblöcke durch Frost schädigen es nachhaltig. Der jährliche Landverlust beträgt zwischen einem und vier Metern. Der Verlauf der Abbruchkante vor dreißig Jahren kann beim Haus Kliffende beobachtet werden, wo private Bemühungen der Besitzer bis heute eine Landzunge retteten. Durch Küstenschutzmaßnahmen, insbesondere Sandaufspülungen, wird seit 1972 versucht, die Schäden zu begrenzen. Seit 1979 ist das Rote Kliff zusammen mit der an seinem oberen Rand beginnenden Heidelandschaft Naturschutzgebiet. Hier steht auch der Kampener Leuchtturm, dessen offizielle Bezeichnung „Rotes Kliff“ lautet.

Boll/Christensen/Grube 1984, Koehn 1974, Newig 1987.