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Nordfrieslandlexikon
Roeloffs, Brar Cornelius

Roeloffs, Brar Cornelius * 14.10.1928 Süderende, † 22.3.2013 Kiel, Ministerialbeamter, Staatssekretär. Roeloffs studierte Agrarwissenschaften in Schleswig und Kiel und übernahm Beamtenposten des Höheren Dienstes in den Kulturämtern Lübeck und Flensburg. Weitere Aufgaben fand „Bootje“ bei der Schleswig-Holsteinischen Landgesellschaft in Kiel und im Amtsgericht Flensburg, bevor er 1972 als Ministerialrat die Leitung der Abteilung Agrarstruktur im Kieler Landwirtschaftsministerium übernahm. 1990 wechselte er nach Mecklenburg-Vorpommern und wurde Staatssekretär im Schweriner Landwirtschaftsministerium. Bis 1994 arbeitete er mit großem Erfolg an der Umstellung von der planwirtschaftlich-kollektiven zur unternehmerischen Landwirtschaft.

Roeloffs ehrenamtliches Engagement galt der Heimatforschung. Hervorzuheben sind seine grundlegenden Bücher „Von der Seefahrt zur Landwirtschaft“ (1984), „Föhrer Grönlandfahrer“ (1991/96) und „Bauern, Seefahrer und Auswanderer von der Insel Föhr. Geschlechterreihen St. Laurentii-Föhr, Teil IV“ (2007). Er war 1988–2008 Kuratoriumsvorsitzender der Ferring Stiftung und 1996–2012 Beiratsmitglied des Nordfriisk Instituut. Dort siedelte er sein Vorhaben an, Dokumente aus der Geschichte der Landwirtschaft für die Nachwelt zu sammeln. Seit 1996 entwickelte sich daraus mit Hilfe der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landschaft das landesweite Projekt „Wegweiser zu den Quellen der Landwirtschaftsgeschichte Schleswig-Holsteins“. Der Verein Nordfriesisches Institut ernannte ihn 2007 zum Ehrenmitglied.

Kunz/Steensen 2013.


In seiner Trauerrede charakterisierte der Reeder Rörd Braren seinen Onkel u. a. mit den Worten: „Fähigkeiten wie das fleißige Wirken im Hintergrund, das nötige Organisieren, das Talent, unsichtbare Fäden zu ziehen, die Verschwiegenheit und die Loyalität, das sind Fähigkeiten, die die Politik von ihren hohen Ministerialbeamten erwartet. Botje beherrschte diese Klaviatur perfekt. Er war ein Friese, der die Tugenden eines preußischen Beamten im besten Sinne lebte.“