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Nordfrieslandlexikon
Rantumbecken

Rantumbecken 1936/37 wurde ein rund 570 Hektar großes Wattgebiet in der Rantumer Bucht auf Sylt mit einem 5,2 Kilometer langen Deich umgeben. Die nun tideunabhängige Wasserfläche sollte der deutschen Wehrmacht als Seeflughafen dienen. Wegen ungünstiger Wind- und Wasserverhältnisse erwies er sich jedoch als wenig tauglich. Nach 1945 war beabsichtigt, das Rantumbecken auszutrocknen und einen Koog mit 40 Bauernhöfen zu gründen. Agrarexperten legten erste Versuchsfelder für Kohl und Getreide an und testeten die Grünlandnutzung. 1962 fiel dann die Entscheidung zugunsten eines der größten und artenreichsten Seevogelschutzgebiete an der deutschen Küste. 1968 wurde es zum Europareservat erklärt. 1979 erwarb das Land Schleswig-Holstein das Gebiet. Um den einzigartigen salzwasserorientierten Lebensraum zu erhalten, leitete man das Binnenwasser aus dem Nössekoog durch einen Randgraben und ein Siel ab und staute Nordseewasser mit Hilfe einer Schleuse in das Rantumbecken ein. Mit der Zeit entwickelten sich ganz unterschiedliche Biotope wie Wiesen, Sümpfe, Wasser- und Sandflächen. Über 260 Vogelarten, darunter über 60 Brutvogelarten, konnten seither hier beobachtet werden. 1972 führte der Verein Jordsand umfassende Maßnahmen zur Pflege des Reservats durch. U. a. wurden vegetationsfreie Steininseln angelegt, um besonders den Seeschwalben und Säbelschnäblern einen geeigneten Untergrund für die Brut zu bieten.

Graue 1993b, Jordsand aktuell, Seevögel 1997.