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Nordfrieslandlexikon
Pole Poppenspäler

Pole Poppenspäler Die 1874 erschienene Novelle zählt zu den bekanntesten Werken Theodor Storms (1817–1888). Sie lebt vom Gegensatz zwischen der Welt der Bürger und der Künstler. Hauptfigur ist der Drechsler Paul Paulsen, ein Friese, in der Stadt auf Plattdeutsch Pole Poppenspäler genannt. Als Paul noch ein kleiner Junge ist, kommt der Puppenspieler Joseph Tendler aus München mit Frau und Tochter Lisei in die Stadt. Paul ist fasziniert von der Welt der Schausteller. Im Schützenhof in der Süderstraße wollen die Marionettenspieler das Stück „Fausts Höllenfahrt“ aufführen. Vorher zeigt Lisei dem Jungen trotz Verbots durch ihren Vater eine Puppe, mit der er spielt, bis es in der Mechanik „einen Knacks tut“. Die beiden verängstigten Kinder kommen sich näher. Viele Jahre später trifft Paul als Geselle während seiner Wanderjahre Lisei wieder und nimmt sie als seine Frau mit in seine Heimatstadt. Hier verbringt auch der Puppenspieler Tendler seinen Lebensabend, muss aber von den biederen Bürgern manche Kränkung erleiden.

Nach der Novelle benannt sind die Pole-Poppenspäler-Tage, die seit 1984 einen wesentlichen Beitrag zur Kultur in Husum leisten. Jahr für Jahr begeistert das Figurentheater-Festival mit internationaler Beteiligung ein großes Publikum. Für ihre Aufbauarbeit und ihr langjähriges Engagement für das Theater erhielten Gisela Terheggen und Gisela Sobeczko 2003 den Hans-Momsen-Preis.

Ebenfalls mit viel ehrenamtlichem Engagement aufgebaut wurde das Poppenspäler-Museum, das sich im Schloss vor Husum befindet. Zu bestaunen sind Handpuppen aus aller Welt, Marionetten- und Papiertheater, ein „internationales Kasperkarussel“ sowie Requisiten und Kuriositäten rund um das Puppenspiel.

Steensen 2014.