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Nordfrieslandlexikon
Petritag

Petritag (fer.: Piadersdai; frasch: padersdäi; sölr.: Piðersdai; wied.: Päitersdäi) Das traditionelle friesische Fest wird am Vorabend von „Petri-Stuhltag“ – so die katholische Bezeichnung für den Tag der Inthronisation des ersten Bischofs in Rom – mit dem Biikebrennen eröffnet. Doch ist der Gerichts- und Tanztag erst seit Ende des 19. Jahrhunderts an den 22. Februar gebunden. Davor konnte er auch verlegt werden, wenn er z. B. in die Fastenzeit fiel. Auch hielt man, mit Ausnahme von Westerland und Keitum auf Sylt, für Kinder und Erwachsene verschiedene „Petritage“ ab. Den Kinderpetritag bestimmten die einzelnen Dörfer selbst. Die Bedingung war nur, dass er im Februar und nicht in der Fastenzeit lag, in der sich ausgelassenes Feiern nicht schickte. Heute ist der 22. Februar vor allem der Tag der Jugend in Nordfriesland: Mancherorts gibt es schulfrei, stattdessen finden Kindertanz und friesische Theateraufführungen statt. An einem Petritag spielt auch die 1809 erschienene sylterfriesische Komödie „Di Gidtshals, of di Söl’ring Pidersdei“.

Panten 2001b, Rinken 1992.