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Nordfrieslandlexikon
Pesel

Pesel (mittellat.: pesalis; fer.: piisel; frasch: piisel; sölr.: Piisel; wied.: piisel) Der Pesel ist die gute Stube bzw. der Vorzeigeraum eines utlandfriesischen Hauses. Er grenzt an die tägliche Wohnstube, die Döns. In dem am kostbarsten eingerichteten Zimmer fanden die großen Familienfeiern statt. Hier wurden auch bis zur Beerdigung die Toten aufgebahrt. Im Pesel stand kein Ofen, weshalb er auch als „kalte Pracht“ bezeichnet wurde. Die Wände waren mit bemalten Holztafeln, die Außenwände zumeist mit Fliesen versehen. Davor standen Schränke und Truhen mit der Aussteuer. Ein original erhaltener Pesel ist z. B. im Museum Altfriesisches Haus in Keitum auf Sylt, ein nachgebauter im Haus von Lorens Petersen de Hahn (1668–1747) im Freilichtmuseum Molfsee bei Kiel zu besichtigen.

Johannsen 1996, Kühnast 2000c, L. C. Peters 1929.