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Nordfrieslandlexikon
Moor

Moor (fer.: muur; frasch: mååre; sölr.: Möös; wied.: moor) ist dauernd feuchtes, schwammiges, oft unzugängliches Gelände auf 20 bis über 30 Zentimeter mächtigem Torf. Voraussetzung für die Entstehung eines Moores ist ein großer Wasserüberschuss, der das Wachstum feuchtigkeitsliebender Pflanzen begünstigt und sauerstoffarme Böden erzeugt. Unter solchen Verhältnissen können abgestorbene Pflanzen nicht verwesen, und es kommt zur Torfbildung. Je nach ihrer Entstehung unterscheidet man Hoch- und Niedermoore. Hochmoore liegen erhaben in der Landschaft oder in abflusslosen Senken und leben allein vom Regenwasser wie etwa das Schwarzberger Moor bei Westre oder das Ahrenviölfelder Westermoor. Im Küstenbereich bildeten sich infolge des nacheiszeitlichen Anstiegs des Meeresspiegels Überschwemmungsmoore. Unter Salzwasserbeeinflussung entstanden Salztorfe, die bereits seit dem 9. Jahrhundert zur Salzgewinnung genutzt wurden. Im 18. Jahrhundert gab es in Schleswig-Holstein rund 200.000 Hektar Moorland, was etwa 13 Prozent der Gesamtfläche des Landes entsprach. In den letzten 200 Jahren wurden 140.000 Hektar davon zerstört und nach Entwässerung oder Abtorfung in Grün- und Ackerland umgewandelt bzw. aufgeforstet. Verschiedene Moorgebiete in Nordfriesland wurden inzwischen unter Naturschutz gestellt, da sie wichtige Lebensräume und Rückzugsgebiete für seltene Pflanzen- und Tierarten bieten. Von ehemaligen Mooren zeugen noch Bezeichnungen wie Kollunder Moor, Barneckermoorkoog, Nordstrandischmoor, Dragermoor oder Risummooringer Kornkoog.

Gooss 1940, Heydemann 1997, Mücke 1989.