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Nordfrieslandlexikon
Momsen, Hans

Momsen, Hans * 23.10.1735 Bottschlott bei Fahretoft, † 13.9.1811 Fahretoft, Bauer, Mechaniker, Deichvogt. Ohne besondere Schulbildung und ohne Hilfe anderer drang Momsen, der „Leonardo da Vinci Nordfrieslands“, mit außergewöhnlichem Fleiß in die höheren mathematischen Wissenschaften ein. Ebenfalls als Autodidakt vermochte er mathematische Bücher in dänischer, englischer, französischer, holländischer und lateinischer Sprache zu lesen. Seine Bibliothek umfasste 600 Bände. In zahlreichen Geräten, die er entwarf und herstellte, zeigen sich auch seine ans Künstlerische grenzenden handwerklichen Fertigkeiten: Uhren, Spiegeloktanten, Fernrohre, Drehbänke, eine Orgel mit sechs Registern und 294 Pfeifen, Entwässerungsschnecken, Messgeräte. Er war als Landmesser tätig und wurde als Nachfolger seines Vaters Deichvogt von Fahretoft. Seine Leistung und Begabung würdigte Theodor Storm (1817–1888) in seiner Novelle „Der Schimmelreiter“ mit der Bemerkung „Die Friesen rechnen gut.“ Mit großem Geschick unterrichtete er junge Männer, die Seefahrer oder Landmesser werden wollten. Der Kreis Nordfriesland benannte 1985 seinen Kulturpreis nach Hans Momsen. 2015 wurde in Fahretoft das restaurierte Geburtshaus des Autodidakten, das Hans-Momsen-Haus, eingeweiht.

Hehnke 1913, Momsen 1982, SHBL 2.