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Nordfrieslandlexikon
Miramar

Miramar Das 1903 erbaute Jugendstil-Hotel steht auf einer Düne unmittelbar am Strand von Westerland auf Sylt. Erbauer war der Berliner Restaurantbesitzer Otto Busse, dem das Lustschloss Miramar bei Triest an der Adriaküste Istriens als Vorbild diente. Die Hotelführung übernahm sein Sohn Georg August Busse (1867–1947). Die sturmfluterfahrenen Sylter zeigten wenig Verständnis, als das Gebäude so dicht an die Nordsee gesetzt wurde. Bereits 1907 musste eine Schutzmauer am Strand errichtet werden. Die von Architekt Karl Christiansen geschaffene Fassade des Hauses zeigt dekorative Verzierungen in Pflanzenform. Das damals hochmoderne Hotel zog viel Prominenz an. Schriftsteller wie Gerhart Hauptmann (1862–1946), Politiker wie Gustav Stresemann (1878–1929), Schauspieler wie Hans Albers (1891–1960) oder Gustaf Gründgens (1899–1963), Sportler wie Max Schmeling (1905–2005) und Künstler wie Max Reinhardt (1873–1943) oder Emil Nolde (1867–1956) gaben sich die Ehre. 1934 war auch Adolf Hitler (1889–1945) angemeldet, doch das seinetwegen angeschaffte Porzellan kam anderen zugute. Hitler hatte wegen des „Röhm-Putsches“ abgesagt. 1978 wurde die Fassade des Hauses renoviert und erstrahlt seitdem in hellgelben Farben. 1990 erhielt es eine vierte Etage.

Wedemeyer 1980 u. 1991a, Wedemeyer/Voigt 1980.