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Nordfrieslandlexikon
Minderheitenbeauftragte

Minderheitenbeauftragte Mit der Einrichtung des Ehrenamts „Beauftragter für Grenzland- und Minderheitenfragen in Schleswig-Holstein“ leistete Schleswig-Holstein 1988 Pionierarbeit. Erster Amtsträger bis 1991 war Kurt Hamer (1926–1991), ihm folgte bis 2000 Kurt Schulz (1922–2017). 2005 bis 2012 war Caroline Schwarz (* 1954) Beauftragte für Minderheiten und Kultur des Landes Schleswig-Holstein. Von 2000 bis 2005 und wieder seit 2012 berät Renate Schnack (* 1953) die Landesregierung ehrenamtlich in Angelegenheiten der deutschen Minderheit in Nordschleswig, der dänischen Minderheit und der friesischen Volksgruppe im Landesteil Schleswig sowie der deutschen Sinti und Roma in Schleswig-Holstein. Die Bezeichnung des Amtes lautet heute „Die Beauftragte des Ministerpräsidenten in Angelegenheiten nationaler Minderheiten und Volksgruppen, Grenzlandarbeit und Niederdeutsch“, kurz „Die Minderheitenbeauftragte“. Nicht zuletzt aufgrund der guten Erfahrungen mit einem solchen Amt in Schleswig-Holstein erweiterte die deutsche Bundesregierung im November 2002 das Amt des Aussiedlerbeauftragten um den Aufgabenbereich der nationalen Minderheiten in Deutschland.

Die Minderheitenbeauftragte berät die Landesregierung in Fragen der dänischen Minderheit im Landesteil Schleswig, der deutschen Minderheit im dänischen Nordschleswig, der schleswig-holsteinischen Friesen und der im Land lebenden deutschen Sinti und Roma. Sie wirkt als Mittlerin und trägt so zu einem friedlichen Miteinander bei. Zu ihrem Aufgabenspektrum zählen insbesondere die Beratung und Information der Landesregierung, die Pflege und Förderung der Kontakte zu den Minderheiten sowie zu deren Organisationen und Einrichtungen, die Zusammenarbeit mit der Föderalistischen Union Europäischer Volksgruppen (FUEV), die Zusammenarbeit mit dem European Centre for Minority Issues (ECMI), die Berichterstattung der Landesregierung im Friesen-Gremium, die Vertretung des Landes Schleswig-Holstein in den Beratenden Ausschüssen des Bundesministeriums des Innern (BMI) für Fragen der dänischen Minderheit, der friesischen Volksgruppe und für die niederdeutsche Sprachgruppe, die Koordination im DialogForumNorden, die Pflege und Förderung der Kontakte zu den drei deutschen Grenzverbänden ADS-Grenzfriedensbund, Deutscher Grenzverein und Schleswig-Holsteinischer Heimatbund und die Erarbeitung des Minderheitenberichts und des Berichts zur Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen gemeinsam mit der Landesregierung.

Nordfriisk Instituut.