geöffnet
Nordfrieslandlexikon
Mildstedt

Mildstedt (fries.: Mälst) Die Gemeinde mit den Ortsteilen Lurup, Mildstedthof und Rosendahl liegt rund drei Kilometer südöstlich von Husum. Sie ist Verwaltungssitz des Amtes Nordsee-Treene. 1304 wurde de Mildesect erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname bedeutet „Niederlassung an der Mildau“. Das vermutlich älteste Gebäude ist die Sankt Lambertus-Kirche aus dem späten 12. Jahrhundert. Sie wurde 1404 von Dithmarschern niedergebrannt. Der Schnitzaltar der heutigen Kirche stammt von 1440, eine Triumphkreuzgruppe und eine Figurengruppe mit thronendem Christus und Apostelreihe aus dem 15. Jahrhundert. Während des Großen Nordischen Krieges (1700–1721) errichteten 1713 schwedische Soldaten Schanzen in den Mildstedter Tannen an der heutigen Ostenfelder Landstraße. 1854 wurde die Eisenbahnlinie Husum-Flensburg gebaut. Sie führte durch Rosendahl, doch einen Bahnhof erhielt die Region erst 1910 in Mildstedt. 1974 wurde die Linie eingestellt. Ab 1922 gab es elektrisches Licht, 1950 Wasser aus der Leitung, 1969 eine Kanalisation.

Das heutige Gemeindegebiet entstand 1974 durch Zusammenlegung von Rosendahl und Mildstedt. Auf einer Fläche von 871 Hektar leben etwa 3.800 Menschen (2015). Sechs landwirtschaftliche Betriebe nutzen 450 Hektar. Handel, Handwerk und Dienstleistungen sind noch weitgehend vorhanden. Zwei Kindergärten und die Grund- und Hauptschule dienen der Erziehung der Kleinsten, mehrere Vereine dem gesellschaftlichen Leben der Erwachsenen. Ein Museum ist der Geschichte der Guttempler gewidmet. Weltweit gibt es nur in Boston/Massachusetts eine weitere Einrichtung dieser Art. Mit Hilfe öffentlicher Mittel wurde der 85 Hektar große Naturerlebnisraum Husumer Mühlenau/Mildstedter Tannen renaturiert. Durch die Erschließung von Neubaugebieten wächst die Wohngemeinde immer mehr mit der Kreisstadt Husum zusammen. Seit Mitte der 1990er-Jahre vergibt die Gemeinde einen Umweltpreis an Menschen, die sich für Umwelt- und Naturschutz einsetzen.

Kleine Schriften 1979 ff., Schleswig-Holstein Topographie 2005.