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Nordfrieslandlexikon
Magnussen, Christian Carl

Magnussen, Christian Carl * 31.8.1821 Bredstedt, † 18.6.1896 Schleswig, Kunstmaler. Magnussen erhielt seine künstlerische Ausbildung in Kopenhagen, Rom und Paris. 1859 siedelte er sich als Porträtmaler in Hamburg an. 1875 zog er nach Schleswig und eröffnete eine Holzschnitzschule, die Techniken der „Alten Meister“ wiederbeleben sollte.

Auf der Suche nach Motiven begab er sich 1864 erstmals nach Föhr und richtete in der Sakristei der Sankt Johannis-Kirche in Nieblum ein Atelier ein. In diesem Jahr entstand das Ölbild „Föhringer Mädchen in Festtagstracht“. Ein Jahr später kehrte der Maler wieder und traf den preußischen Kronprinzen Friedrich Wilhelm (1831–1888) und seine Frau Victoria (1840–1901). Sie nahm Malunterricht und erteilte dem Künstler den Auftrag für das großformatige Gemälde „Abendmahl in der Kirche von Nieblum auf Föhr“. Das Bild ist verschollen, doch hängt eine Wiederholung, die Magnussen 1870 für einen Londoner Auftraggeber anfertigte, als Leihgabe der Hamburger Kunsthalle im Altonaer Museum. 1868 kaufte der Maler in Nieblum ein Haus, in dem er regelmäßig einige Wochen mit seiner Familie verbrachte. In den folgenden Jahren entstanden Zeichnungen und Studien für Bilder wie z. B. das unvollendet gebliebene Ölbild „Begräbnis auf Föhr“ 1874, das sich auf dem Museumsberg Flensburg befindet. Bei einem weiteren Besuch der Kronprinzessin 1873 erteilte Magnussen auch ihren Söhnen Wilhelm, dem späteren Kaiser Wilhelm II. (1859–1941), und Heinrich (1862–1929) Malunterricht.

Bekannte Künstler wurden auch seine Söhne Walter (1869–1946) und Harro (1861–1908) sowie seine Tochter Ingeborg (1856–1946). Seine Frau Johanna Daniella Jacoby hinterließ ebenfalls Zeichnungen. Seine Enkelin Karin Magnussen (1908–1997), Tochter von Walter und fanatische Anhängerin der nationalsozialistischen Rassenlehre, untersuchte als Biologin die Augen ermordeter Häftlinge aus dem KZ-Auschwitz, die ihr vom KZ-Arzt Josef Mengele (1911–1979) zugesandt wurden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie als Mitläuferin entnazifiziert.

Kunz/Steensen 2013, Magnussen 1960, Schlee 1968 u. 1991, Schulte-Wülwer 2012.