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Nordfrieslandlexikon
Krokusblüte

Krokusblüte Jeweils im März und April kann im Schlossgarten in Husum das großflächige Erblühen von etwa vier Millionen Exemplaren der wild wachsenden Krokusart Crocus napolitanus beobachtet werden. Ihre Herkunft ist nicht geklärt. Entweder siedelten Mönche eines ehemaligen Franziskanerklosters die Krokusse an, oder die Herzoginnen Augusta (1580–1639) und Maria Elisabeth (1610–1684) schmückten im 17. Jahrhundert damit ihren Witwensitz.

1878 erwarb die Stadt Husum einen Teil des Areals von der königlich-preußischen Regierung. Sie ließ ihn durch den Hamburger Landschaftsgärtner Rudolph Jürgens (1850–1930) in einen Bürgerpark im englischen Stil umgestalten, „welcher der Stadt zur größten Zierde gereicht“, wie der Magistrat zufrieden feststellte. Nach der Umwandlung des Parks konnten sich die blau-violett blühenden Wildpflanzen ungehindert ausbreiten. „Ein herrlicher Anblick, wie man ihn selten sieht“, schwärmte der Berichterstatter der „Husumer Nachrichten“ im April 1893 über „dieses blühende Crokusfeld in schönster Farbenpracht“. Der Schlossgarten ist heute zur Zeit der Krokusblüte die wohl traditionsreichste touristische Attraktion der Stadt Husum.

Steensen 2014.