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Nordfrieslandlexikon
Graugänse

Graugänse (fer.: gräges; frasch: gragäis; sölr.: Gregös) bilden nach der Kanadagans die zweitgrößte Art der Gänse, die in freier Wildbahn anzutreffen ist. Aus ihnen wurde die Hausgans gezüchtet. Nach 1850 war die Graugans fast ausgerottet, seit 1950 dehnt sie sich wieder flächendeckend aus. Die Vögel leben in Dauerehe, erreichen eine Länge von 75 bis 90 Zentimeter, eine Flügelspannweite bis zu 180 Zentimeter und ein Gewicht von zwei bis vier Kilogramm. Ihr Schnabel ist relativ groß und klobig. Die Überwinterungsgebiete liegen im Mittelmeerraum, doch tendieren die Zugvögel dazu, Standvögel zu werden. Neben weiteren Faktoren bietet eine intensivierte Landwirtschaft auch im Winter genügend Nahrung auf abgeernteten oder neu eingesäten Feldern. Graugänse leben von Pflanzen, hauptsächlich von kurzen Gräsern und Kräutern sowie in geringerem Umfang von Stauden und Wurzeln. Sie sind in der Lage, mit ihrem Schnabel unterirdische Pflanzenteile auszugraben. Im Herbst suchen sie bevorzugt Maisstoppelfelder auf, auf denen sie energiereiche Körnernahrung finden.

Neben der eigentlichen Graugans gehören auch die Blässgans, die Saatgans und die Kurzschnabelgans zu den Graugansarten der Nordseeküste.

Borcherding 2013.