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Nordfrieslandlexikon
Fischgarten

Fischgarten (fer.: faskguard; sölr.: Feskguart; wied.: fesktün) Die älteste bekannte Methode, im Wattenmeer zu fischen, war das Anlegen eines Fischgartens im Frühjahr. Eine solche Anlage bestand aus Fangzäunen, Stellnetzen und korb- oder netzartigen Sammelbehältern, den Hamen. Bei Flut verteilen sich die Fische über die Wattflächen, bei Ebbe verlassen sie die trockenfallenden Gebiete vorwiegend durch die Priele und Wattströme. Dort wurde ein an kräftigen Pfählen befestigtes, enges Flechtwerk aus Weidenruten trichterförmig im Watt ausgelegt. Am Ende des Trichters befand sich der Hamen. In dieser reusenähnlichen Konstruktion verfingen sich die Fische und mussten nur noch eingesammelt werden. Vorwiegend Schollen, Aale, Hornfische, Rochen und Makrelen wurden auf diese Weise gefangen. Auch heute versuchen zahlreiche Hobby- und Nebenerwerbsfischer, mit dieser Methode erfolgreich zu sein. Allerdings verwenden sie jetzt Netze und Reusen aus feinstem Kunststoffgarn.

Janus 1998, Seidel 1999.

Lorenz Lorenzen (1720–1790) schilderte 1749 in seiner „Genauen Beschreibung der wunderbaren Insel Nordmarsch“ diese Methode des Fischfangs: Es werden eine Menge langer und dünner Sprossen aus Holtz geschnitten, diese strecket man dicht aneinander durch zwey lange stroherne Bänder, setzet solche auf die Watten, an den seichten Örtern, als zwey ausgebreitete Flügel in den Grund nieder, diese Flügel laufen aber an dem einen Ende immer näher zusammen, und wird endlich ein Hamen daran befestiget. In diese Flügel laufen die Schollen zur Ebbzeit hinein; und bleiben mit sinkendem Wasser in den Hamen beliegen. Man nennet dieses Fisch-Geräth die Teenen, und werden zuweilen gantze Trachten Fische daraus herauf gehohlet.“


L. Lorenzen 1982.