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Nordfrieslandlexikon
Fering Ferian

Fering Ferian Der Verein wurde im Februar 1920 in Oldsum gegründet. Die Initiative hatte der Bauer Ocke Julius Bohn (1890–1968) ergriffen, der auch erster Vorsitzender wurde. Er sagte auf der Gründungsversammlung, der Verein wolle „alte Föhrer Art und Sitte, in Verbindung mit den anderen Friesen, friesische Eigenart, Sprache und Kultur in Treue hegen und pflegen“, so hieß es in der „Föhrer Zeitung“ am 27. Februar 1920. Zumeist am Petritag lud der Verein zum Fering Inj (föhringischen Abend) mit friesischem Theaterstück oder anderen friesischen Darbietungen. Bohn sah die Erhaltung der friesischen Sprache als „Ehrenpflicht“ und wies wiederholt auf die Gefahr hin, die vom Niederdeutschen ausgehe. Eine Verschmelzung mit dem Museumsverein in Wyk lehnte man ab. Nachdem Bohn 1925 nach Amerika ausgewandert war, übernahm der Landwirt Ewald Braren (1884–1940) den Vorsitz, doch schlief die Arbeit langsam ein. Nach dem Zweiten Weltkrieg sorgte Lorenz Braren (1886–1953) im Jahr 1948 für eine Wiederbelebung. Erneut wurde Bohn Vorsitzender. Nach seinem Tod prägte 1969–89 der Landwirt Johann Lorenzen (1924–2003) den Verein. Seitdem steht der Architekt Charly Rickmers (* 1955) an der Spitze. Eine wichtige Aufgabe sieht der Verein in der Pflege der friesischen Tracht auf Föhr. Ein wichtiges Ereignis im Jahreslauf ist nach wie vor der Fering Inj. Der Fering Ferian mit annähernd 300 Mitgliedern ist dem Nordfriesischen Verein angeschlossen.

Kunz/Steesen 2013, Steensen 1984.