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Nordfrieslandlexikon
Dockkoog

Dockkoog Der Koog mit einer Fläche von gut 100 Hektar wurde 1847/48 durch einen fast drei Kilometer langen Deich gesichert. Bereits im frühen 19. Jahrhundert hatte die dänische Regierung beschlossen, an der Westküste einen bedeutenden Handels- und Kriegshafen anzulegen. Als geeigneten Standort wurde der alte Husumer Hafen gewählt. Neben der dringend notwendigen Renovierung der Hafenanlagen und seiner Zufahrt sah der Plan auch vor, das Vorland vor dem Porrenkoog nördlich der Husumer Au zu bedeichen und hier ein Dockhafenbecken anzulegen. Nach der Erstellung der nördlichen Hälfte des Dockkoogdeiches kamen die Arbeiten wegen der schleswig-holsteinischen Erhebung ins Stocken. Zwar wurde der größtenteils über Schlick geführte Deich mit Mitteln der provisorischen Schleswig-Holsteinischen Regierung grob vollendet, doch dachte das siegreiche Dänemark nach Beendigung des Konflikts nicht weiter an einen Hafenausbau in Husum, sondern kürte das Dörfchen Esbjerg zur künftigen Hafenmetropole.

Der fertige Dockkoog – ganz im Gegensatz zu seiner Bestimmung nun ausschließlich als Viehweide genutzt – erwies sich wegen der erheblichen Deichlasten als kostspielige Angelegenheit, die in der Folge so manchen Besitzer zur Aufgabe veranlasste. Auch die schwere Sturmflut von 1962 führte erneut an mehreren Stellen zum Deichbruch. Beim Wiederaufbau wurde der Deich verlegt und damit die Dockkoogspitze ausgedeicht. Dort befindet sich heute der Husumer Badestrand mit Ausblick auf Nordstrand und Eiderstedt. Der Dockkoog ist einer der Standorte für das alljährliche Biikebrennen der Nordfriesen. Ein über 150 Hektar großes Areal unter der Bezeichnung „Dockkoog und Porrenkoog“ wurde als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen.

Theodor Storm (1817–1888) schickte 1853 eine Ansicht von Husum an Theodor Fontane (1819–1898). Dazu schrieb er: „… hinter der Stadt liegen die Deiche und das Meer, wohin ich jetzt gleich meinen Spaziergang richten werde. Es ist an Sommerabenden, namentlich bei Sonnenuntergang, so schön dort, dass mir, dem hier Geborenen, schwerlich die köstlichste Gegend jemals meine Meeresküste würde ersetzen können.“

Carstens 1931, Kunz/Panten 1999, Steensen 2014.