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Nordfrieslandlexikon
Arlau

Arlau (fries.: Arluu) Der Fluss entspringt nahe Sollbrück zwischen Behrendorf und Bondelum im östlichen Kreisgebiet, mündet durch das Holmer Siel im Beltringharder Koog in die Nordsee und entwässert dabei 228 Quadratkilometer Geest und 63 Quadratkilometer Marsch. Er war einst Grenzfluss zwischen der königlich verwalteten Nordergoesharde und der herzoglichen Südergoesharde. Die Hattstedtermarsch entspricht der alten Mündungsbucht der Arlau, deren Unterlauf im Zuge der Bedeichungsarbeiten im 15. Jahrhundert begradigt und in der Folge mehrfach verlegt wurde. An einer der aufgegebenen Arlaumündungen entstand in der Sturmflut von 1717 die sogenannte Große Wehle im Wallsbüller Saatkoog. Im Deichkörper hatte man aus Sparsamkeitsgründen die beiden alten Mündungssiele, das königliche und das herzogliche, belassen. Sie erwiesen sich als Schwachpunkte und gaben dem Wasserdruck nach.

Im Rahmen der Flurbereinigung in den 1950er-Jahren wurde die Arlau vom Geestrand bis an die damalige Mündung bei der Arlauschleuse bedeicht und hier ein leistungsfähiges Schöpfwerk gebaut. Mit der Vordeichung des Beltringharder Kooges trat 1987 das Schöpfwerk seine Funktion an ein Speicherbecken ab.

Die Arlau erfüllt auch eine Funktion bei der Bewässerung. Wegen des moorigen Untergrunds der Uferwiesen und der dadurch bedingten Gefahr einer Bodenabsenkung leiten Bewässerungsschöpfwerke entlang des Flüsschens Wasser in die angrenzenden Gräben, um die Marsch kontrolliert feucht zu halten. In dem dichten Grabennetz sind viele seltene Wasser- und Sumpfpflanzen zu finden.

Chronik der Hattstedtermarsch 1985.