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Nordfrieslandlexikon
Andersen, Hans Christian

Andersen, Hans Christian * 2.4.1805 Odense, † 4.8.1875 Kopenhagen, dänischer Märchendichter. Der Sohn eines Schuhmachers wurde durch glückliches Geschick gefördert durch den dänischen König Friedrich VI. (1768–1839). Sein Weltruhm beruht auf seinen fast 170 Märchen, darunter „Die Prinzessin auf der Erbse“, „Des Kaisers neue Kleider“ oder „Das hässliche Entlein“. Einige seiner Märchen wurden auch ins Friesische übersetzt. 1844 kam er als Gast König Christians VIII. (1786–1848) nach Föhr. Besonders genoss er die Nordsee. Darüber schrieb er in einem Brief: „Ich habe jeden Tag gebadet, und ich muss sagen, es ist das unvergleichlichste Wasser, in dem ich gewesen bin. Es ist so salzig, dass die Tränen einem aus den Augen laufen, wenn man heraufkommt. Das Blut wird in die wunderbarste Bewegung versetzt, man brennt den ganzen Tag wie Feuer.“ Eindrücke, die er bei einem Tagesausflug zur Hallig Oland sammelte, verarbeitete er im zweiten Teil seines 1848 erschienenen Romans „Die beiden Baroninnen“. Über das „uralte Volk der Friesen“ wird darin gesagt: „Angesichts der vielen Geschichten und Sagen bei dem friesischen Volke, des ganzen Lebens an dieser Küste und auf den Inseln bedauerte man, dass bis jetzt noch kein Walter Scott in diesen Gegenden war, dass die Friesen so gut wie keine Dichter besaßen. ‚Ja, hier ist Stoff ...‚ aber der liegt noch wie der Marmor in den Bergen, der auf den Bildhauer wartet. Vor Homer gab es auch Helden, heißt es ja, aber die Welt weiß nichts von ihnen!‘“

Detering/Grass 2014, Steensen 2005b, Thiele 1977, Tholund 1971a, Trende 2009.


Nach seinem Aufenthalt auf Föhr schrieb Andersen spontan einige Zeilen über seinen Aufenthalt:

Jedem Mann rat ich und jeder Frau,
Nach Föhr zu reisen, ganz genau.
Am Strand, da wird man schnell zum Neger,
Man wird so schwarz wie ’n Schornsteinfeger.
Ja, reist nach Föhr, das ist mein Rat.
Das wäre wahrlich eine gute Tat.
Des Weges Qual bereitet freilich Zorn,
Doch – schaut nicht zurück, schaut nicht nach vorn,
Schaut hin zum Land des Glücks, wie es da liegt im Licht,
Es schwimmt im Wasser, so wie mein Gedicht.