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Nordfrieslandlexikon
Abbruchkante

Abbruchkante (halligfries.: kaont) ist der deutlich sichtbare Absatz zwischen höherem Vorland und blankem Watt. Die stürmische See bricht hier ständig Bodenmaterial ab. Typisch sind solche Vorgänge vor allem im Bereich der Halligen. An ihrer Westseite verloren sie alljährlich Landstreifen in Meterbreite. Ab 1890 wurden die Uferkanten durch Steinauflagen befestigt. Auch die Uferkanten von Dünen und Kliffs werden besonders bei Sturmfluten unterspült und brechen dann vielfach in großen Teilen weg. Dies ist vor allem an der Brandungsküste der Insel Sylt zu beobachten. Bei Sturmfluten können in wenigen Stunden bis zu 30 Meter breite Geländestreifen abreißen. Am deutlichsten zeigen dies die Abbruchkanten im Bereich des Roten Kliffs, auf der Hörnum-Odde und an der Westküste des Listlands. Durch Sandaufspülungen konnten seit 1972 die Landverluste immer wieder ausgeglichen werden.

Mager 1927, W. Matthiesen 2001, Newig 2002, Stadelmann 1981.