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Nordfrieslandlexikon
Vieh

Vieh (fries.: tjüch) Rund 100.000 Hektar, ungefähr die Hälfte der Fläche des Kreises Nordfriesland, werden zur Haltung von Rindern, Schafen, Schweinen und Pferden genutzt. Vor allem die fruchtbaren Wiesen der Marsch eignen sich als Rindviehweide. In den Ställen der rund 900 Milchbauern stehen etwa 65.000 Kühe, darunter viele Schwarzbunte bzw. „Holstein-Frisians“, wie sie fast überall in der Welt heißen. Etwa 150.000 Rinder dienen der Fleischerzeugung. Rund 120.000 Schafe werden in Nordfriesland gezählt. Ein Drittel davon beweidet die Deiche und macht sich als „Rasenmäher“ im Küstenschutz verdient. Die rund 650 Schafhalter schwören dabei auf Rassen wie Texelschaf, Deutsches Weiß-, Schwarz- oder Blaukopfschaf, Suffolkschaf, Hampshire Down-Schaf, Milchschaf und die Heidschnucken.

Pferde, einst unentbehrlicher „Motor“ für Arbeit und Fortbewegung, sind heute fast nur noch als Reit- oder Sportpferde anzutreffen. Es dominieren die Holsteiner, aber auch die makellos schwarzen, sehr anhänglichen und kurioserweise in Nordrhein-Westfalen gezüchteten Friesen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Der erste Kontakt zum neuen Besitzer wird dabei oft auf den jährlichen Fohlenauktionsveranstaltungen in Behrendorf und Garding hergestellt. Außerdem findet man noch einige Schleswiger Kaltblüter. Früher vor allem für Ackerarbeiten eingesetzt, gehören sie heute zu den gefährdeten Haustierrassen.

Die Schweinemast spielt eine zunehmend bedeutendere Rolle. Etwa 200 Schweinehalter besaßen 2010 einen Gesamtbestand von knapp 270.000 Tieren.

Nordfriisk Instituut.