open
Nordfrieslandlexikon
Wehle

Wehle (fer.: wial; frasch: wäile; sölr.: Wial; wied.: dikroos) Die teichähnlichen Gewässer auf der Binnenseite eines Deiches nennt man in Nordfriesland Wehle. Sie entstanden bei Deichbrüchen, als das hereinstürzende Wasser den Boden auswühlte. Die Wehlen sind meist zu tief, als dass man sie noch einmal durchdeichen könnte. Der neue Deich muss deshalb an der Auskolkung vorbeigeführt werden. Ein Auslagedeich wird dabei seeseitig um die Wehle herumgeführt, ein Einlagedeich läuft landseitig um die Wehle. Diese besondere Deichführung gab mancher Gegend den bezeichnenden Namen Halbmond wie z. B. dem Schöpfwerk Halbmond in der Südermarsch bei Husum. 1717 entstand die „Große Wehle“ im Wallsbüller Saatkoog. Aus Kostengründen hatte man auf die Beseitigung alter Siele im Deich verzichtet. Durch die Sturmflut wurden sie herausgerissen. Das hereinströmende Wasser überflutete die Hattstedtermarsch und erzeugte die Wehle.

Kambeck 1973, Kramer 1992, Newig/Petersen 1995.