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Nordfrieslandlexikon
Wattwandern

Wattwandern (fer.: heefluupen; sölr.: heefwaneri) Auf bestimmten Routen kann man bei Niedrigwasser im Watt spazieren gehen, z. B. vom Festland zu einer der Halligen oder zur Insel Föhr, von Föhr nach Amrum oder von Nordstrand nach Südfall. Die Wattwanderwege verlaufen zumeist auf einer Wattwasserscheide. Sie werden von den Wattführern zudem so gewählt, dass Priele an flacheren Stellen durchwatet und Muschelbänke und tückische, nur dünn verschlickte ehemalige Erdentnahmelöcher umgangen werden. Die „Wege“ sind, von Ausnahmen abgesehen, nicht gekennzeichnet und verändern sich ständig, vor allem unter dem Einfluss starker Sturmfluten. Plötzliche Wetteränderungen, Gewitter und aufziehende Seenebel werden genau wie im Hochgebirge zu lebensgefährlichen Fallen. Eine Durchquerung des Watts sollte deshalb nicht ohne fachkundige Führung und Kompass erfolgen. Es wird ein reichhaltiges Programm an Wattführungen angeboten. Man hat die Wahl zwischen geologischen, botanischen, ornithologischen und anderen Wanderungen.

In den strengen Winterzeiten 1947 und 1956 wurde der Wattwanderweg zwischen Föhr und Amrum zur „Eisstraße“. Taxibusse fuhren über das zugefrorene Watt und ersetzten den Schiffsverkehr.

Quedens 1992, Reinke 1996.