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Nordfrieslandlexikon
Strandhafer

Strandhafer (fer.: halem; frasch: stroonhääwer; sölr.: Halem) ist auch als Dünenhalm bekannt. Das Gras entwickelt bis zu fünf Meter lange, weit verzweigte Wurzeln, die in einer metallharten Spitze enden. Das Wurzelwerk einer einzigen Pflanze würde aneinandergereiht rund 35 Kilometer weit reichen. Die Pflanze ist hervorragend geeignet, sich in den Dünensand zu bohren und die geringen, im Sand enthaltenen Feuchtigkeitsmengen und Nährstoffe aufzunehmen. Nach oben treibt sie Büschel von Halmen, deren blaugrüne Blätter eine sehr harte Oberfläche haben und zum Schutz gegen zu starke Verdunstung röhrig gerollt werden können. Besonders gut wächst der Strandhafer, wenn er von frischem, mit mikroskopisch kleinen Algen und Nährsalzen verklebtem Seesand überschüttet und somit gedüngt wird. Selbst aus einer über einen Meter dicken Sandschicht kann sich die Pflanze durch verstärktes Sprosswachstum wieder ans Sonnenlicht wühlen. Ihre Hauptblütezeit sind die Monate Juni und Juli. Eine dichte Strandhaferkolonie schützt auf natürliche Weise die Dünen vor weiterer Verwehung. Seit dem 18. Jahrhundert wurde eine derartige Dünenbefestigung planmäßig durchgeführt. Früher spielte der Strandhafer eine große Rolle als Material für die Halmreepe u. a. zur Befestigung von Reetdächern oder als Stallstreu. War er auch dafür nicht zu gebrauchen, diente er zur Feuerung.

Alshuth 1994c, Koch 1996a, Voigt 1967.