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Nordfrieslandlexikon
Priel

Priel (fer.: priil; frasch: priil; sölr.: Priil; wied.: lai) Die kleineren Wasserrinnen, die bei Ebbe im trockengefallenen Wattenmeer verbleiben, nennt man Priel. Sie bilden die Hauptwege für das während der Gezeiten aus- und einströmende Meerwasser. Zum Zeitpunkt maximaler Strömungsgeschwindigkeiten – bis zu acht Meter pro Sekunde – kann für Wattwanderer das Durchqueren eines Priels sehr gefährlich werden. Größere Priele, die z. B. zwischen den nordfriesischen Inseln und Halligen verlaufen und die wie Flüsse befahrbar sind, bezeichnet man als Wattströme. Sie führen als Tief schließlich in die offene Nordsee. Während der Überflutungszeit ist ein Priel nur noch an seinen Begrenzungsmarkierungen, den Pricken, zu erkennen. Zur Ebbzeit halten sich viele Fische und Garnelen in den Prielen auf. Dies ist das Revier von Freizeitfischern, die zum Teil auch auf traditionelle Weise ihrem Hobby nachgehen. Auch die Gräben im Vorland und auf den Halligen sind ehemalige Priele.

Nordfriisk Instituut.