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Nordfrieslandlexikon
Tine-Brunnen

Tine-Brunnen Mitten in Husum auf dem Marktplatz steht, umgeben von prachtvollen Hausfassaden, die „Tine“ auf dem hohen Sockel des Asmussen-Woldsen-Brunnens. Die Bronzefigur erinnert an die beiden Wohltäter Anna Catharina Asmussen (1793–1868) und ihren Vetter August Friedrich Woldsen (1792–1868). Die Figur ähnelt einem Fischermädchen und ist das Wahrzeichen der Stadt. Die junge Friesin blickt seewärts und hält in der rechten Hand ein Ruder als Symbol der Schifffahrt. Der Brunnen wurde von dem Husumer Bildhauer Adolf Brütt (1855–1939) geschaffen und 1902 enthüllt. Den „malerischen Faltenwurf“ ihres Rockes deutete der Künstler als „Ausdruck der Seeluft“. Kritik riefen die Holzschuhe hervor, die als Zeichen der Armut galten. Dies konterte Brütt damit, dass „man niemals in einem hübschen, jungen und gesunden Weibe, es mag anhaben, was es will und wenn es Lumpen sind, die Armut erblickt, sondern den besten Reichtum, der auf der Welt zu haben ist“. Reliefs am Sockel zeigen die Wappen Husums und Schleswig-Holsteins sowie einen Haubarg und Kinder und verweisen so auf das Asmussen-Woldsensche Vermächtnis mit dem Roten Haubarg und dem Kindergarten. Fische, die Wasser in den Brunnen speien, und Ochsenköpfe, die es zu trinken scheinen, symbolisieren die wirtschaftlichen Erwerbsquellen Seefahrt und Viehhandel, die zum Wohlstand der Stadt wesentlich beitrugen.

Riewerts 1982, Steensen 2014.