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Nordfrieslandlexikon
Taschenkrebse

Taschenkrebse (frasch: kråbe; hal.: Tasken; sölr.: Krāben) bilden eine im Ostatlantik und in der Nordsee, insbesondere vor Helgoland verbreitete Krabbenart mit einer Körperbreite bis zu 30 Zentimeter. Sie leben auf Felsen, in Felsspalten und kleinen Höhlen, auf Sandböden und in der Nähe von Schiffswracks. Im Wattenmeer findet man sie hauptsächlich in tieferen Prielen. Der Taschenkrebs hat eine rötlichbraune Färbung und gräbt sich bei Ebbe ein. Er ist nachtaktiv und vorwiegend ein Fleischfresser. Er ernährt sich von Krebsen, Fischen, Weichtieren, Stachelhäutern, aber auch von Aas. So werden unter anderem die Gemeine Strandkrabbe, die Große Strandschnecke und die Europäische Auster gefressen.

Taschenkrebse gelten als Delikatesse und werden intensiv befischt. Gefangen werden sie in Hummerkörben, Reusen und Stellnetzen mit Ködern. Noch auf dem Boot werden die Krebse mit einem Schlag auf den Kopf getötet, die Zangen (hal.: Kniipers) entfernt und auf Eis gelegt. Der fleischlose Körper wird als Köder im Hummerkorb wieder dem Meer zugeführt. Die Tötungsart brachte Ende 2002 den Tierschutz gegen die Traditionsfischer auf, doch die Helgoländer konnten im Knieper-Streit nachweisen, dass durch die traditionelle Methode der sofortige Tod ebenso schnell herbeigeführt wird wie bei der vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Tötung von Krustentieren in kochendem Wasser. Auf Helgoland werden die Scheren als „Knieper“ vermarktet. Ihr Fleisch wird z. B. als Kniepersalat gegessen.

Nordfriisk Instituut.


Detlev Rickmers, Neffe von James Krüss (1926–1997) und Betreiber des Hotels Rickmers Insulaner, schwört auf die traditionelle Zubereitung in Meerwasser: „So wurden früher auch die Hummer gekocht, man kann sogar noch etwas Salz zugeben!“ Seetang und Seepockenbesatz müssen vorab vom Panzer entfernt werden, sie ruinieren den Geschmack.