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Nordfrieslandlexikon
Ringelgans

Ringelgans (fer.: suart gus; frasch: rutgöis; sölr.: Rareguus) Die Gans wird wegen ihres sonoren „Rottrott“ auch Rottgans (grumelgöis) genannt. Bis auf den weißen Hinterleib und einen dünnen weißen Halsring ist sie dunkel gefiedert. Sie gehört zu den kleineren Gänsearten und zieht nicht in Keilform sondern in Schwärmen. Während des Hochwassers treiben die Vögel auf dem Wasser und gründeln, d. h. sie tauchen mit Kopf und Hals unter Wasser und grasen die erreichbaren Pflanzen wie das Zwergseegras oder den Darmtang ab. Im Frühjahr und Herbst kommt fast die gesamte Population von etwa 200.000 Vögeln aus ihren Winterquartieren an der südlichen Nordseeküste bzw. aus ihren Brutgebieten auf der Taimyr-Halbinsel in Nordsibirien in das Wattenmeergebiet und hält sich vorwiegend im Bereich der Marschen und Salzwiesen auf. Bei der Rast fressen sich die Gänse die nötigen Fettreserven für die weitere Reise an. Im Frühjahr, wenn das Seegras noch keine Blätter ausgebildet hat, sorgen abgegraste Weiden für beträchtliche Schäden in der Landwirtschaft.

Borcherding 2014, Fiedler 1992, Quedens 1990.