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Nordfrieslandlexikon
Landverlust

Landverlust Die Landschaftsentwicklung in Nordfriesland ist stark geprägt durch Landgewinnung und Landverlust. Zu den größten Verlusten führten die beiden großen Sturmfluten von 1362, als die Utlande etwa zur Hälfte weggespült wurden und im Wesentlichen die Insel Alt-Nordstrand mit ihrer charakteristischen Hufeisenform übrig blieb, und von 1634, als Alt-Nordstrand vernichtet wurde. Mühsam gelang es, die heutigen Gebilde Nordstrand, Pellworm und die Halligen zu retten bzw. wiederzugewinnen.

Auch die Geestinseln Amrum, Föhr und Sylt erlitten im Lauf der Jahrhunderte Landverluste. Für Sylt gehen die Schätzungen weit auseinander. Seit dem 14. Jahrhundert etwa soll die Insel um mehr als zwei Drittel geschrumpft sein, im späten 19. Jahrhundert sollen in nur 18 Jahren an einigen Stellen mehrere Hundert Meter Strand verschwunden sein. Ortschaften wie Rantum wurden nachgewiesenermaßen mehrfach nach Osten verlegt, Eidum, Stedum und Nieblum verschwanden ganz von der Landkarte. Im langfristigen Mittel verliert die Sylter Westküste Jahr für Jahr rund einen Meter.

Kunz/Steensen 2014, Mager 1927, Newig 1996b.