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Nordfrieslandlexikon
Lahnung

Lahnung (fer.: laaning; frasch: looning; sölr.: Laaning; wied.: looning) nennt man die Begrenzung eines Landgewinnungsfeldes. Eine Lahnung besteht im Unterschied zu Buhnen aus zwei Pfahlreihen, zwischen die Stroh, Buschwerk oder Reisigbündel, die Faschinen, gepackt, festgestampft und mit Draht befestigt werden. Sie haben eine Höhe von etwa einem Meter und sind oft mit einem Anwurf von Klei versehen. Die Lahnungsfelder messen etwa 200 mal 400 Meter. Sie dämpfen Strömung und Wellenbewegung und schaffen so Stillwasserzonen, in denen es verstärkt zur Ablagerung der im Wasser mitgeführten Schwebstoffe kommt. Auf diese Weise kann das Vorland unter günstigen Bedingungen um bis zu zehn Zentimeter pro Jahr angehoben werden. Durchschnittlich ist mit einem Anwachs von jährlich drei Zentimetern zu rechnen. Hat die Auflandung eine Höhe von etwa 50 Zentimetern unter dem Mittleren Tidehochwasser erreicht, wird zur Entwässerung ein System von Grüppen angelegt. Auf der Fahrt über den Hindenburgdamm kann dieser Prozess auf beiden Seiten des Dammes gut beobachtet werden. Hier wurden sogar Spitzenwerte von bis zu dreißig Zentimetern Anwachs im Jahr gemessen.

Fiedler 1992.