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Nordfrieslandlexikon
Jürgens, Nickels

Jürgens, Nickels * 8.6.1865 Oldsum, † 23.1.1896 Kiel, Eisenbahnassistent. „Neggels Jirrins“ beschäftigte sich intensiv mit seiner friesischen Muttersprache. Er lieferte viele Beiträge von Föhr für das von Moritz Momme Nissen (1822–1903) erstellte, ungedruckt gebliebene Werk „Nordfrisisches Wörterbuch in mehreren Dialekten Nordfrislands“. Als Soldat in Schleswig schrieb er von Heimweh geprägte friesische Gedichte. Das Soldatenleben war ihm verhasst. Zusammen mit Otto Bremer (1862–1936) gab er für die Jahre 1893–96 den ganz und gar in friesischer Sprache gehaltenen Kalender „Ferreng an öömreng Allemnack“ heraus. Heftig wandte er sich gegen den zunehmenden Einfluss der deutschen Sprache auf das Föhrer Friesisch. Der bereits mit 30 Jahren verstorbene Jürgens ist auf dem Kirchhof zu Sankt Laurentii in Süderende begraben.

siehe auch historische Bücher

Riecken 2000.

Soldootenleewent (1. und 2. Strophe)

Soldootenleewent as ei net;
diar kön ’am ei faan spreeg.
An wan ik sai, hat’s bal en plaag,
do täär’k ’ar ei am leeg.

Ik hööbe faalig üüb de dai
diar mi a freihaid brangt,
jä, freihaid, freihaid as’n wurd,
diar uun a uaren klangt.



Soldatenleben

Soldatenleben ist nicht nett;
das kann man so nicht sagen.
und wenn ich sage, es ist bald eine Plage,
dann brauch ich nicht zu lügen.

Ich hoffe sehr auf den Tag,
der mir die Freiheit bringt.
Ja, Freiheit, Freiheit ist ein Wort,
das in den Ohren klingt.


Übersetzung Antje Arfsten, Nordfriisk Instituut
Bremer 1888.