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Nordfrieslandlexikon
Getreide

Getreide ist das Hauptprodukt der ackerbaulichen Tätigkeit in Nordfriesland. Nach dem Emmer, einer Vorform des Weizens, wurden Gerste und Hirse, später auch Hafer und Roggen angebaut. Auf der Geest gedeiht von Natur aus vor allem Roggen gut, in der Marsch wachsen besonders Gerste und Weizen. Die Ertragsmenge wies dabei allerdings starke Unterschiede auf. Auf der Geest konnte noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts kaum mehr als das fünffache der Aussaat geerntet werden, in der Marsch erzielte man sogar den 25-fachen Ertrag. Während der Anteil des Ackerlandes an der landwirtschaftlichen Nutzungsfläche gesunken ist, hat sich der Anteil des Getreidebaus zwischen 1878, dem Beginn regelmäßiger statistischer Erhebungen, und 1997 von 40 auf 64 Prozent gesteigert. Dabei ist eine starke Zunahme bei Weizen zu verzeichnen, Roggen ging zurück und Hafer verschwand mit der Ablösung der Zugpferdehaltung fast völlig. Neuere Ackerfrüchte sind Mais und Raps, die mittlerweile die dominierende Rolle auf den Äckern spielen. Mais findet entweder als Silomais bei der Schweinemast Verwendung oder wie Raps bei der Erzeugung erneuerbarer Energie in Biogasanlagen. Darüber hinaus werden aus Raps Biokraftstoffe hergestellt.

Nordfriisk Instituut.