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Nordfrieslandlexikon
Garding

Garding (fries.: Gaarding; niederdeutsch: Ga(r)n, neuniederdeutsch: Gård) Die 306 Hektar große Stadt Garding im Amt Eiderstedt liegt im westlichen Teil der Halbinsel in jeweils rund zehn Kilometern Entfernung zu Tönning und Sankt Peter-Ording. Getthing wurde um 1187 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname wird am einfachsten durch „Wohnort der Leute bei dem Hofe“ erklärt.

Garding bildete sich um die 1117 auf einer Warft errichtete romanische Kirche Sankt Christian und war lange Zeit der Zentralort der Landschaft Everschop. Der Kirchturm ist bis heute der höchste Punkt Eiderstedts. 1466 wurde in Garding auf einem Dreiharden-Thing das Eiderstedter Landrecht bestätigt. 1575 zum Flecken erhoben, erhielt Garding bereits 1590 die Stadtrechte. Die 1612/13 angelegte Süder-Bootfahrt, eine Schifffahrtsverbindung nach Katingsiel an der Eider, war über Jahrhunderte die einzige Verkehrsader. 1849 wurde eine Straße nach Tönning gebaut, 1892 die Eisenbahnstrecke eingeweiht, 1912 der Hafen in Garding zugeschüttet. 1867–1959 war die Stadt Sitz eines Amtsgerichts. Das 1825 errichtete Stallerhaus wurde 1892 von der Stadt gekauft und zum Rathaus umfunktioniert. 2005 wurde daraus ein Kulturzentrum, in dem u. a. der Heimatbund Landschaft Eiderstedt untergebracht ist.

Heute leben etwa 2.600 Einwohner (2015) in der Stadt, aus der auch der Literaturnobelpreisträger Theodor Mommsen (1817–1903) stammt. Größte Arbeitgeber sind Kirche und Kirchenkreisverwaltung. Es gibt zwei Kindergärten, eine betreute Grundschule, die Theodor-Mommsen-Realschule mit Grund- und Hauptschulteil, die Landesberufsschule für Zentralheizungs- und Lüftungsbauer und die private dänische Vestejdersteds Danske Skole. Für Erwachsenenbildung sorgt eine Volkshochschule. In mehr als 30 Vereinen werden Brauchtumspflege oder Sportarten von Boßeln bis zur Voltigiergruppe betrieben. Für den Fremdenverkehr stehen knapp 70 Betten zur Verfügung.

375 Jahre Stadt 1965, 400 Jahre Stadt 1990, Dor is wat … 1988 ff., Panten/Porada/Steensen 2013, Schleswig-Holstein Topographie 2003.