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Nordfrieslandlexikon
Fahrwassertonnen

Fahrwassertonnen markieren die Fahrrinne zwischen den Inseln und Halligen oder bei Hafeneinfahrten. Die Seezeichen aus Stahlblech oder Kunststoff wiegen mehrere Tonnen und sind mit einer Kette und einem Betonklotz am Meeresgrund verankert. Nach dem „Internationalen maritimen Betonnungssystem –A–“ von 1977 liegen von See kommend auf der rechten Seite (Steuerbord) grüne, kegelförmige Tonnen und auf der linken Seite (Backbord) rote, zylindrische Tonnen. Sie können zusätzlich beschriftet sein oder als Glocken-, Heul- oder Leuchtboje selbst bei schlechter Sicht ihren Zweck erfüllen. Die Fahrwassertonnen sowie die zu steuernden Kurse sind in den Seekarten eingezeichnet. Im Winter werden kleinere Tonnen ausgelegt, um den Eisschollen eine geringere Angriffsfläche zu bieten. Das Auslegen und Warten der Tonnen geschieht mit Hilfe zweier Tonnenlegerschiffe des Wasser- und Schifffahrtsamtes Tönning (WSA). Kräne mit einer Tragkraft von 9 000 Kilogramm hieven die Tonnen über Bord. Die beiden Schiffe überwachen das gesamte Seegebiet zwischen Dänemark und der Elbmündung mit über 320 Fahrwassertonnen. Im Hoheitsgebiet des WSA gibt es 610 schwimmende Schifffahrtszeichen, darunter etwa 80 Leuchttonnen. Gelagert werden die Seezeichen in den Häfen Wittdün auf Amrum und Tönning.

Lang 1965, Reiss 2015, Rinken 1992.