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Nordfrieslandlexikon
Christiansen, Christian Peter

Christiansen, Christian Peter * 4.11.1854 Westerland, † 10.10.1922 Berlin, Druckereibesitzer, Zeitungsverleger, friesischer Heimatdichter. Aus einfachen Verhältnissen stammend, besuchte Christiansen die Schule bei Christian Peter Hansen (1803–1879) in Keitum auf Sylt und erlernte von 1870 an in Husum das Buchdruckerhandwerk. Er stieg zum Schriftleiter und Verleger des Husumer Wochenblatts (seit 1912: Husumer Tageblatt) sowie zum Senator der Stadt Husum auf. In seiner friesischen Muttersprache brachte er es zur Meisterschaft und verfasste mehrere sehr ansprechende Gedichte. Am bekanntesten wurde „Üüs Sölring Lön“, das als Sylter Hymne gilt. In hochdeutscher Sprache verfasste er u. a. ein episches Gedicht über den in die Sklaverei geratenen Seemann Tame Tamen (* 1711).

Fuar Söl’ring Lir 10/1932, Hübbe 1911, H. Schmidt 1961.

Die letzte Strophe des Gedichtes „Stiiner bi Strön“ von C. P. Christiansen lautet:

Dach üs ik di Stiiner nü me mi noom,
Forging jaar Glimrin alik üs en Droom. –
Üs Bloomen weli, wan’s ofploket sen,
Sa gair’t me di Stiiner jaar Skimer tö Jen,
Nemst dü jam me tö en üðer Stair,
Hur oler di Seewinj muar aur jam tair. –
Wan Mensken swügi, da prötji di Stiin;
Wat’s sii, dit skriiv dü ön’t Hart di iin:
„Din Tüs, min Dreeng, auriit dü ek;
Hat es din Glans, hat es din Lek.“


Doch als ich die Steine nun mit mir nahm,
Verging ihr Glänzen so wie ein Traum –
Wie Blumen welken, wenn sie abgepflückt sind,
So geht es mit dem Schimmer der Steine zu End,
Nimmst du sie mit zu einem anderen Ort,
Wo niemals der Seewind mehr über sie zieht. –
Wenn Menschen schweigen, dann predigen die Steine;
Was sie sagen, das schreib du ins Herz dir hinein:
„Dein Zuhause, mein Junge, vergiss du nicht;
Es ist dein Glanz, es ist dein Glück.“