geöffnet
Nordfrieslandlexikon
Cecilienkoog

Cecilienkoog Der Bau eines Damms zur Hamburger Hallig 1859–75 bewirkte eine bedeutende Zunahme des Anwachses zwischen dem Reußenkoog und der Hattstedtermarsch. So wurde das Vorland bereits als Viehweide genutzt, als 1905 der Auftrag der preußischen Regierung zur Bedeichung kam. Bis zu 400 Arbeiter einer Firma aus Brandenburg waren während der gesamten Zeit der Eindeichung beschäftigt. Der durch einen 4,5 Kilometer langen Deich geschützte, rund 450 Hektar große Koog ist dem Desmerciereskoog vorgelagert. Er wurde nach der Kronprinzessin Cecilie zu Mecklenburg (1886–1954) benannt. Entsprechend der Finanzierung teilte sich der Koog in einen staatlichen Teil und einen Teil der Privatinteressenten. Diese neun Eigentümer, deren Vorfahren das Vorland aus dem Nachlass des Hamburger Reeders und Kaufmanns Berend Roosen (1705–1788) erworben hatten, verkauften bis auf eine Ausnahme bereits im ersten Jahrzehnt nach der Bedeichung ihren Besitz weiter. Grund dafür waren die äußerst schlechten infrastrukturellen Bedingungen, die eine Bewirtschaftung des Landes sehr mühevoll machten. Käufer waren vor allem Dithmarscher Bauern, die Erfahrung mit neuen Kögen besaßen. Der staatliche Anteil wurde parzelliert und versteigert. Bei einer Volkszählung 1987 registrierte man im Koog 18 Haushalte mit zusammen 61 Personen.
Fünf landwirtschaftliche Höfe betreiben hauptsächlich Ackerbau in Kombination mit Schweinehaltung. Einige Ländereien werden von Landwirten aus den Nachbarkögen genutzt. Weitere Standbeine sind Ferienwohnungen und die Gewinnung erneuerbarer Energie. 1983 nahm die erste serienmäßige Windkraftanlage in Deutschland hier ihren Betrieb auf. Heute dienen fünf Windmühlen, eine Biogasanlage und ein Solarfeld der Energiewirtschaft.

Kunz/Panten 1999, Sielverband Cecilienkoog 1980.