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Nordfrieslandlexikon
Boysen, Alfred

Boysen, Alfred * 14.2.1915 Lindholm, † 18.3.2003 Risum-Lindholm, Wanderlehrer, Geschäftsführer der Foriining for nationale Friiske (früher Foriining for nationale Frasche, jetzt Friisk Foriining). Boysen besuchte die Friedrich-Paulsen-Schule in Niebüll, die er vorzeitig mit der Mittleren Reife verließ, da er sich als Neffe von Johannes Oldsen zunehmend Schikanen der deutsch-nationalen Lehrerschaft ausgesetzt fühlte. Anschließend absolvierte er eine landwirtschaftliche Lehre in Westerhusen bei Emden in Ostfriesland. An der Volkshochschule in Hoptrup bei Apenrade lernte er die dänische Sprache und befasste sich mit der friesischen Geschichte. Einer seiner Lehrer in Hoptrup war der Weggefährte Oldsens, Martin Lorenzen. Als Soldat im Zweiten Weltkrieg war Boysen in Belgien, als Besatzungssoldat in Dänemark und in Nordafrika eingesetzt, wo er in amerikanische Gefangenschaft geriet. Nach seiner Kriegsgefangenschaft in den USA und Großbritannien betätigte er sich in der Heimat zunächst als Wanderlehrer des dänischen Schulsystems auf Föhr und Amrum, ging dann aber 1954 in die USA. In Manhattan arbeitete er bei friesischen Landsleuten in einem Delikatessenshop. 1959 kehrte Boysen zurück und übernahm das Sekretariat der Foriining for nationale Friiske, für das sein Bruder Carsten Boysen (1912 – 1985) eine Planstelle neu geschaffen hatte. Die Funktion füllte er bis zu seinem Ruhestand 1983 aus. In dieser Funktion war Boysen u.a. Redakteur der einzigen rein friesischsprachigen Zeitschrift in Deutschland „Üüsen äine wäi“ („Unser eigener Weg“). Gemeinsam mit seinem Bruder Carsten baute er Kontakte zu Dänemark und Westfriesland/Fryslân, dessen Sprache er lernte, auf und wurde z. B. Mitinitiator der friesischen Bauerntreffen. Den Ruhestand nutzte Boysen neben vielem anderen zu Studien und Übersetzungen. Der Verein Nordfriesisches Institut ernannte ihn 1994 zum Ehrenmitglied.

Nordfriisk Instituut.