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Nordfrieslandlexikon
Bordel, Reinhard

Bordel, Reinhard * 11.6.1923 Hammermühle/Pommern, † 15.8.2004 Hedehusum, Lehrer, Künstler, Heimatpfleger. Bordel unterrichtete in Wyk zunächst an der Grund-, Haupt- und Realschule, 1968–85 sodann am Gymnasium Insel Föhr die Fächer Biologie und Kunst. Als Maler widmete er sich Motiven seiner Heimat und schuf viele künstlerische Arbeiten, Ölbilder, Aquarelle, Radierungen, Holzschnitte und andere Grafiken. Bereits 1957 lieferte er z. B. den Buchschmuck für das friesische Lektürebuch „Mamenspriik“ von Reinhard Arfsten (1897–1971), im selben Jahr die Zeichnungen und Fotos für das „Föhrer Vogelbuch“ desselben Verfassers. Radierungen, denen seine besondere Zuwendung galt, finden sich in den Büchern „friisk fees“ (1976), „… und erlegte 373 Wale. Zehn Radierungen zu Geschichten der nordfriesischen Inseln Föhr, Amrum, Sylt und Helgoland“ (1978) und „Unterm Strich – Insel/Welt“ (1994). Bordel veröffentlichte auch mehrere heimatkundliche Bücher, u. a. 1987 „Der Föhringer Maler Oluf Braren“, 1988 „Alte Baukultur auf Föhr“, 1989 „Hedehusum – Ein Föhringer Dorf zum Beispiel“. 1993 war er an der Gestaltung des großformatigen Bilderbuchs „Min Eilun“ beteiligt. Zu seinem 75. Geburtstag erhielt er den Preis der Ferring Stiftung im Rahmen einer großen Retrospektive im Wyker Dr.-Carl-Haeberlin-Friesen-Museum. 1983 besuchte der damalige Bundespräsident Karl Carstens (1914–1992) mit großer Gefolgschaft Föhr und nahm im Hause Bordel das Abendessen ein.

Bordel/Tholund 1994.

Oberstudiendirektor Jakob Tholund schrieb 1994: „Für den Radierer Reinhard Bordel wird die überschaubare Insel zur Metapher für die ganze Welt, wird der Mikrokosmos Föhr zum Erscheinungsbild für die Gefährdung des Makrokosmos.“